Metternich im Maifeld

Metternich wird erstmals 1187 im Zusammenhang mit den Rittern Albero und Hertwin de Mettrico erwähnt. Diese hatten hier ihren Besitz und gelten allgemein als die Begründer des Ortes. Für die Jahre um 1280 werden durchweg adelige und kirchliche Würdenträger nachgewiesen. So u.a. der Ritter Hermann von Loef und das Stift Münster. Weitere Güter/Höfe gehörten um 1650 den Grafen von Eltz, von Cleyberg und dem Kurfürsten von Trier. Der Trierer Erzbischof soll übrigens öfters hier verweilt haben.
Diese Güter standen alle im Bereich des heutigen Ortsteils "In der Feils". Zeitweise war dieser mit der Stadt Münstermaifeld verbunden. Er wurde aber 1798 durch die Franzosen mit dem größten Teil des Schrumpftales und dem restlichen Metternicher Gebiet in die eigenständige Gemeinde Metternich eingebunden.

In den Zeit um 1502 wird für Metternich, das zur Pfarrei Münstermaifeld gehört, eine Kapelle nachgewiesen. Die heutige katholische Kirche wurde 1765 fertiggestellt; Kirchenpatronin ist die HL. Praxedis. Um die Kirche ist auch der Friedhof angelegt, an dessen Haupteingang das Ehrenmal für die Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege steht. Diese Gedenkstätte haben die Mitglieder des Junggesellenvereins nach 1918 erstellt und nach dem zweiten Weltkrieg ergänzt. Die Gemeinde unterstützte die Aufwendungen mit finanziellen Zuschüssen.
Im Ort war bis 1895/96 noch ein Nachtwächter tätig.
1900 wurde Metternich von einem schrecklichen Brand betroffen, zwei Bürger verloren ihr Leben und viele Tiere wurden Opfer der Flammen. Ein Teil der Obdachlosen fand damals vorübergehend Unterkunft in der neuen Schule, deren Leiter Lehrer Bastges war.


Der Ort wurde bis 1950/60 überwiegend durch seine Landwirtschaft geprägt. Dadurch entwickelten sich auch handwerkliche Berufe. Bis zum zweiten Weltkrieg waren es drei Schuster (Schuhmacher), ein Sattler/Polsterer, ein Schneider, ein Schmied/Hufschmied und ein Stellmacher/Wagner. Zudem gab es über viele Jahre zwei Dreschmaschinen-Besitzer im Dorfe. Diese betrieben auch Kreissägen, mit denen sie den Bewohnern das geschlagene Holz für den Hausbedarf zerkleinerten.
Ab 1955 bis 1960 sind die Ernte- und Dreschmaschinen durch die Mähdrescher ersetzt worden; an Stelle der Zugtiere (Pferde, Ochsen, Kühe) kam der Traktor.
Im Ort war durchweg immer ein Gasthaus. In den Jahren um 1956 bis etwa 1980 waren es sogar drei, davon zwei, die Bauers- und Nachtsheimsmühle, im Schrumpftal. Das Vorletzte im Ortskern mit Namen "Gasthaus zum Schrumpftal", geführt von den Familien Pies/Wey, hatte noch einen Tanzsaal mit Kegelbahn. In dem Wohnhaus war außerdem ein Kolonialwarengeschäft, eine Sattler- und Polsterwerkstatt sowie ab 1934 die Metternicher Poststelle. Vor dem zweiten Weltkrieges existierte noch ein zweiter Verkaufsladen im Dorfe, den Katharina und Peter Ackermann führten.
Während des zweiten Weltkrieges diente der Saal zur Unterbringung gefangener polnischer und französischer Soldaten, die in der Landwirtschaft beschäftigt wurden. Neben dem Saal stand der Dorfbackes und daneben ein Dorfbrunnen.
Im Dorfbackes wurden früher auch die öffentlichen Verordnungen durch den Ortsbürger-meister bekannt gemacht.
Ab 1955 erfolgt die Wasserversorgung, die vordem fast in jedem Hause möglich war, durch das Gruppenwasserwerk mit seiner Zentrale im Schrumpftal.
Bis 1975 hatte Metternich seine eigene Feuerwehr mit einer Spritze, die per Hand bedient wurde. Zur Unterbringung diente das Spritzenhaus, das heute noch neben dem Eingang zum Friedhof steht. Für die Wasserversorgung war ein Brandweiher im Hofe der Famile Karl-Heinz Wey angelegt.
Sechs ehemalige Mühlengebäude und ein Wohnhaus, und zwar die obere Steins-/Weymühle, die Ternus- und Bauersmühle, das Wohnhaus Reichert, die Nachtsheims-, Loh - und Haags/-Walkmühle gehören ebenfalls zum Ortsbereich Metternich.
Das Schrumpftal selbst ist ein begehrtes Ziel für Wanderer und Hobbyrad
An Feuerstellen (bewohnte Häuser) sind für 1601=20 nachgewiesen. Die Zahl der Einwohner betrug 1828=282, 1870 waren es 344, von 1910 bis 1950 etwa 255 bis 280, heute sind es um die 250.
Die heutige Gemarkung von Metternich umfasst etwa 700 Hektar Fläche.
Seit 01. Januar 1976 hat Metternich seine Eigenständigkeit aufgegeben und ist in die Stadt Münstermaifeld eingegliedert worden.